Legionellenprüfung Bakterien

Legionellen Trinkwasserverordnung

Erläuterungen zur Anzeigepflicht nach § 13 Abs. 5 der TrinkwV 2001 für eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung 

Legionellen sind Bakterien, die sich im warmen Wasser vermehren und schwerwiegende Erkrankungen verursachen können – die Legionellose bzw. Legionärskrankheit (atypische Lungenentzündung). Aus diesem Grund wurden die Anzeige – und Untersuchungspflichten in Bezug auf Legionellen mit der Änderung der Trinkwasserverordnung (TrinkwV), die seit 01. November 2011 in Kraft getreten ist, ausgeweitet.

 

Anzeigepflicht:

Nach der neusten Novellierung der TrinkwV besteht nur dann eine Melde- bzw. Anzeigepflicht für gewerblich genutzte Objekte , wenn der technische Maßnahmenwert überschritten wird. Für Anlagen zur Trinkwasserbereitstellung im Rahmen der öffentlichen Tätigkeit bleibt die Anzeigepflicht generell bestehen.

    

Gewerbliche Tätigkeit:

Ist die unmittelbare oder mittelbare zielgerichtete Trinkwasserbereitstellung im Rahmen einer selbstständigen, regelmäßigen und in Gewinnerzielungsabsicht ausgeübten Tätigkeit. Dazu gehören z. B. Vermietung von Wohnräumen, Gaststätten, Hotels, Firmen, Fitnessclubs.

 

Öffentliche Tätigkeit:

Die Trinkwasserbereitstellung für einen unbestimmten, wechselnden und nicht  durch persönliche Beziehungen verbundenen Personenkreis. Dazu gehören z. B. Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Pflegeheime, Vereinsheime (Duschen).

Zu einer – Großanlage zur Trinkwassererwärmung – zählen Anlagen mit einem Speicher-Trinkwassererwärmer oder einem zentralen Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit einem Speicherinhalt von mehr als 400 Liter und/oder einem Inhalt von mehr als 3 Liter in mindestens einer Rohrleitung zwischen Abgang der Trinkwassererwärmungsanlage und der Entnahmestelle.

Unternehmer und sonstige Inhaber, die Trinkwasser mit einer Großanlage zur                     Trinkwassererwärmung im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit bereitstellen, haben sicherzustellen, dass geeignete Probenahmestellen an der Wasserversorgungsanlage vorhanden sind.

 

Untersuchungspflicht:

Unternehmer und sonstige Inhaber, die Trinkwasser mit einer Großanlage zur Trinkwassererwärmung, die im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit über Duschen oder andere Einrichtungen zur Vernebelung des Trinkwassers abgeben, haben das Wasser durch ergänzende systematische Untersuchungen an mehreren repräsentativen Probenahmestellen auf Legionella spec. zu untersuchen oder untersuchen zu lassen.

 

Untersuchungshäufigkeit:

Der Parameter Legionella spec. ist nach der letzten Novvellierung der Trinkwasserverordnung in rein gewerblich genutzten Objekten einmal innerhalb von drei Jahren zu untersuchen, wenn nach der orientierenden Beprobung keine Befunde über dem Grenzwert bzw. dem technischen Maßnahmenwert vorliegen.

Bereiche in denen ein höheres Risiko für eine Infektion besteht wie z. B. Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen, Dialyseeinrichtungen, Einrichtungen für ambulantes Operieren sind in der Regel jährlich zu untersuchen, oder es wird ein Untersuchungszyklus vom Gesundheitsamt festgelegt.

Öffentliche Objekte wie z.B. Schulen, Kindergärten und Altersheime sind jährlich zu untersuchen.

Hotels sind als öffentlich und gewerbliche Objekte kategorisiert und müssen ebenfalls jährlich untersucht werden.

Für mobile Wasserversorgungsanlagen legt das Gesundheitsamt die Häufigkeit fest.

 

Probenahme/ Untersuchung:

Die Proben müssen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik durch akkreditierte Probennehmer entnommen werden. Die Probenahme erfolgt nach DIN EN ISO 19458 (dort unter Zweck B beschrieben). Die Untersuchungen sind durch akkreditierte Laboratorien durchzuführen.

Ergebnis und was nun?

Das Ergebnis ist unverzüglich schriftlich oder auf Datenträgern mit dem Ort der Probenahme (Gemeinde, Straße, Hausnummer), dem Zeitpunkt der Entnahme sowie

der Untersuchung der Wasserprobe und dem Untersuchungsverfahren festzuhalten.

Die Untersuchungsberichte sind mindestens 10 Jahre lang verfügbar zu halten.

Unverzüglich haben Unternehmer und sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage

dem Gesundheitsamt anzuzeigen, wenn der technische Maßnahmewert für Legionella

spec. von 100 KBE/100 ml überschritten wird. Daraus resultiert auch die Pflicht zur Erstellung einer Gefährdungsanalyse.

Der Unternehmer und sonstige Inhaber haben bei Überschreitung des technischen Maßnahmewertes umgehend Untersuchungen zur Aufklärung der Ursache und erforderlichenfalls Maßnahmen zur Abhilfe durchzuführen oder durchführen zu lassen.

Auch hierüber ist das Gesundheitsamt unverzüglich zu informieren.

Kontaktieren Sie uns!